Löcher für Steckdosen bohren – Schritt für Schritt

Steckdosen bohren schritt für schritt erklärt

Wer Steckdosen selber bohren möchte, der sollte neben dem richtigen Werkzeug auch die genauen Abstände kennen. Werden diese und weitere wichtige Aspekte nicht genau beachtet, kommt es bei der Montage von Steckdosen und Schaltern nicht selten zu einem bösen Erwachen.

Die Auswahl der richtigen Bohrkrone*, die passende Maschine und eine Schritt für Schritt Anleitung führen Sie durch die wichtigsten Punkte bei der Installation von Steckdosen und Schaltern in Ihrem Eigenheim.

Der richtige Bohrer zum Steckdosen bohren

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Zum Bohren von Steckdose benötigen Sie je nach Beschaffenheit und Material der Wand einen entsprechenden Bohrer.
Genauer gesagt eine Bohrkrone. Diese Bohrkronen werden üblicherweise durch einen in der Mitte eingespannten Bohrer zentriert, um ein verrutschen zu verhindern. Es ist äußerst wichtig, Löcher für Steckdosen so genau wie möglich zu bohren. Bereits eine Abweichung von wenigen Millimetern kann dazu führen, dass die Steckdosen oder Schalter nicht mehr unter die, zum Schluss angebrachten Abdeckungen passen. Löcher für Steckdose werden üblicherweise mit einer Bohrkrone von 68 mm Durchmesser gebohrt.

Steckdosen in Ziegel- und Betonwände

Für Ziegel- genauso wie für Beton- oder Kalksandsteinwände benötigen wir eine Bohrkrone mit diamantbesetzter Schneide. Diese trägt das Material langsam und gleichmäßig ab und sollte ohne Schlag verwendet werden.

Steckdosen in Holzwände

Ein „Dosenbohrer“ für Holzwände besitzt einzelne, kleine Schneiden (Zacken) aus Metall, sowie einen Zentrierbohrer, um das Verrutschen beim bohren zu verhindern. Mit einem Holzdosenbohrer* sollte niemals etwas anderes als Holz gebohrt werden! Werden diese Bohrer fälschlicherweise in Gips oder gar Steinwänden benutzt, sind sie innerhalb kürzester Zeit unbrauchbar! In Holzwände wird, wie auch bei den übrigen Dosenbohrer, ohne Schlag gebohrt.

Steckdosen in Gipswänden

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Eine Bohrkrone für Gipswände besitzt einen umlaufenden Zahnkranz* in Drehrichtung (rechts), welche sich mühelos in das weiche Material schneidet. Auch bei dieser Bohrkrone ist ein Zentierbohrer essenziell wichtig. Beim Bohren in Gips sollte man unbedingt darauf achten, die Bohrmaschine so gerade wie möglich auf das zu bohrende Material auszurichten. Bei diesem weichen Material besteht eine erhöhte Gefahr, zu verrutschen, was zu einem unsauberen Ergebnis führt.

 

Der Abstand ist entscheidend

Für Steckdosen wie auch Schalter gibt jeweils unterschiedliche Installationsmaße.
Eine Steckdose wird in einer Höhe von 30 cm über dem endgültigen Fußboden angezeichnet.
Ein Schalter hingegen in einer Höhe von 110 cm über dem endgültigen Fußboden.

Meist werden diese Arbeiten im Zuge eines Neubaus oder größeren Renovierungsarbeiten angegangen.
Deshalb sollten Sie sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass die Höhe des Fußbodens (Rohbau) je nach Material stark variieren kann.
Klären Sie deshalb die endgültige Höhe des Fußbodens zuvor mit Ihrem Architekten oder Bodenleger ab.
Addieren Sie nun das Maß des Fußbodens zu der jeweiligen Höhe der Steckdosen oder Schalter hinzu.

Beispiel einer Steckdose:


Höhe Fußboden 4 cm
+
Höhe Steckdose 30 cm
---------------------
Ergebnis: 34 cm

Sie zeichnen in diesem Falle einen waagerechten Strich auf 34 cm Höhe an.
An dieser Markierung können Sie nun die weiteren Steckdosen, etwa bei einer Doppel oder dreifach Steckdose anzeichnen.

Noch wichtiger als die eben genannten Maßen, sind die Abstände zwischen den einzelnen Unterputzdosen. Bei einer Mehrfachsteckdose muss ein bestimmter Abstand von Loch zu Loch eingehalten werden, um das reibungslose montieren von Steckdosen zu ermöglichen. In der Regel beträgen dieses Maß 7,3 cm von Mittelpunkt zu Mittelpunkt.
Informieren Sie sich gegebenenfalls beim Hersteller.

Wie tief sollten die Unterputzdosen in die Wand eingelassen werden?

Um eine Unterputzdose fachgerecht und stabil in eine Wand einzulassen. Sollte das Loch in etwa 1-2 cm tiefer sein, als die Unterputzdose selbst. Dies gewährleistet einen gewissen Spielraum, der für Gips bzw. Mörtel hinter der Dose benötigt wird.

Die Unterputzdose sollte möglichst bündig mit der Wand abschließen, um eine Schattenfuge bei der abschließenden Montage der Steckdosen zu vermeiden.

Die passende Bohrmaschine

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Die benötigte Leistung zum bohren von Steckdosen unterscheidet sich sehr stark von den unterschiedlichen Materialien. Ein Dosenloch in Gipskartonplatten lässt sich bereits mit einem handelsüblichen Akkuschrauber bohren.
Wohingegen Ziegelsteine oder gar Beton eine stärkere Maschine benötigen. Wie oben bereits beschrieben, kann gerade bei Beton ein erhöhter Druck auf das Material von Nöten sein, was dazu führt, dass die Bohrmaschine langsamer dreht. Um eine gewisse Drehzahl aufrecht zu erhalten, sollte man Geräte von mindestens 800 Watt Leistung wählen.

 

Schritt für Schritt Steckdosen bohren

Sind alles Werkzeuge besorgt und die Steckdosen geplant, machen wir uns an das Anzeichnen der einzelnen Unterputzdosen. Berücksichtigen Sie, den eventuellen Höhenunterschied wie oben beschrieben und zeichnen Sie die Bohrstellen an den zuvor festgelegten Stellen an. Dazu benutzen Sie am besten einen Zimmermannsbleistift und eine Wasserwaage von etwa 30 cm Länge.

Mehrfachsteckdosen richtig anzeichnen

Zeichnen Sie zuerst in der richtigen Höhe einen waagerechten Strich, auf welchem Sie im Anschluss die einzelnen Bohrpunkte, abhängig von der Anzahl der Dosen markieren. Bedenken Sie den Dosenabstand von 7,3 cm zwischen den einzelnen Unterputzdosen. Die Bohrpunkte markieren Sie mit einem senkrechten Strich. Seien Sie mit Ihren Markierungen nicht zu sparsam, schließlich müssen Sie diese auch gut erkennen können.

Schalter richtig anzeichnen

Bei Schaltern zeichnen Sie zuerst einen senkrechten Strich und unterteilen dann ebenfalls in einem Abstand von 7,3 cm.
Bedenken Sie, dass der Mittelpunkt des obersten Bohrloches 110 cm betragen sollte.

Den richtigen Bohrer auswählen

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Wählen Sie den richtigen Bohrer (Bohrkrone) für Ihr zu bohrendes Material aus. Achten Sie hierbei auf einen festen Sitz des Bohrers und kontrollieren Sie, dass die Bohrkrone rund läuft. Verwenden Sie einen Zentrierbohrer, sollte auf eine ausreichende Dicke der Wand geachtet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Zentrierbohrer während des Bohrvorgangs auf der anderen Wandseite herauskommt. Ist die Wand nicht ausreichend dick genug, entfernen Sie den Zentrierbohrer, nachdem Sie mit der Bohrkrone etwa 1 cm tiefen die Wand vorgedrungen sind. Damit ist gewährleistet, dass die Bohrkrone nicht mehr verrutschen kann.

Das Loch für die Steckdosen bohren

Beim bohren sollten Sie wie immer auf ihre persönliche Schutzausrüstung, bestehend aus einer Schutzbrille* und Gehörschutz* zurückgreifen. Auch eine Staubmaske ist bei diesen Arbeiten ratsam. Der Zentierbohrer wird nun auf die zuvor angezeichnete Stelle angesetzt und mit möglichst gerade gehaltener Bohrmaschine ohne Schlag gebohrt. Versuchen Sie mit möglichst gleichmäßiger Drehzahl und gleichmäßigem Druck zu bohren. Und halten Sie die Bohrmaschine unbedingt mit beiden Händen fest. Ein plötzliches blockieren der Bohrkrone könnte sonst zu Verletzungen führen.

Haben Sie die gewünschte Bohrtiefe erreicht, ziehen Sie den Bohrer zurück und brechen das zurückbleibende Mittelstück heraus, sofern dies nicht bereits von alleine passiert ist.

Zum befestigen der Unterputzdosen empfiehlt sich in Trockenräumen ein Montagegips und in Nassräumen ein spezieller Schnellmontagemörtel*.


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