Bohren am Sonntag – Was ist erlaubt?

Bohren am Sonntag

Bohren am Sonntag ist gesetzlich verboten!

Zumindest denken das die meisten, wenn man  fragt ob an Sonntagen erlaubt ist. Doch, ist das Bohren am Sonntag wirklich per Gesetz verboten oder ist es viel mehr eine Art Höflichkeit, am letzten Tag der Woche keinen Lärm zu veranstalten.

Und wie sieht es am Samstag aus?

Die gesetzliche Grundlage zum Bohren am Sonntag

Die meisten Bundesländer regeln das Thema „Lärm an Sonn- und Feiertagen“ im sogenannten Feiertagsgesetz. Eine ausnahme von dieser Regel gilt in Berlin. Dort ist das verursachen von Lärm im Landesimmissionsschutzgesetz geregelt.

Ein Auszug aus dem Berliner Landesimmissionsschutzgesetz. In diesem heißt es wie folgt:

§ 4 Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe
An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ist es verboten, Lärm zu verursachen, durch den jemand in seiner Ruhe erheblich gestört wird.

Ein vergleichbares Gesetz in anderen Bundesländern ist uns bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nicht bekannt.

Bohren am Sonntag in Baden-Württemberg:

In Baden-Württemberg regelt das „Feiertagsgesetz“ Arbeiten an Sonn- und Feiertagen. In diesem heißt es wie folgt:

(1) An den Sonntagen und den gesetzlichen Feiertagen sind öffentlich bemerkbare Arbeiten, die geeignet sind, die Ruhe des Tages zu beeinträchtigen, verboten, soweit in gesetzlichen Vorschriften nichts anderes bestimmt ist.

Bohren am Sonntag in NRW, Bayern, Thüringen, Schleswig-Holstein,…

Das Feiertagsgesetz der jeweiligen Länder untersagt arbeiten, welche über die Zimmerlautstärke hinaus gehen. Und die Nachbarn in ihrer Ruhe stören könnten.

Dies bedeutet, dass arbeiten, die die Zimmerlautstärke nicht überschreiten theoretisch ausgeführt werden dürfen. Allerdings sollte der Geräuschpegel einer Bohrmaschine den gesetzlichen Grenzwert mit Leichtigkeit überschreiten.

Mit Zimmerlautstärke ist eine im Empfangsraum, gemessene Lautstärke von 50 dB(A) tagsüber und 35 dB(A) in der Nacht gemeint. Der Empfangsraum, ist die Wohnung bzw. das Haus ihres Nachbarn und falls Sie nicht auf dem Land wohnen oder ein überdimensionales Grundstück um sich herum beherbergen, wird dieser Grenzwert wohl oder übel überschritten werden.

Wer wissen möchte, wie laut 50 dB (A) (Flüsterlautstärke) sind, der kann sich eine der unzähligen Schallpegel Apps herunterladen und es selbst ausprobieren.

Arbeiten die den Grenzwert (50 dB (A) )üblicherweise überschreiten:

  • Bohren mit der Bohrmaschine
  • Umzug in eine neue Wohnung
  • Möbel verrücken
  • Arbeiten mit dem Hammer

Arbeiten die den Grenzwert (50 dB (A) ) üblicherweise nicht überschreiten:

  • Staubsaugen
  • Wände streichen
  • Möbel zusammenbauen

Bohren am Sonntag die Hausordnung

Bohren am Sonntag verursacht Lärm
Wer an einem Sonntag unberechtigt Lärm verursacht muss mit Strafen rechnen. © fizkes – stock.adobe.com

Zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen, kann in der Hausordnung auch das Arbeiten unter der Woche, während der Mittagszeit geregelt werden. In vielen Fällen gilt die „Mittagsruhe“ von 12-14 Uhr. In dieser Zeit sollte vermeidbarer Lärm unterlassen werden.

Durch Handwerker verursachter Lärm muss jedoch meist auch in der Mittagszeit geduldet werden. Da es sich hierbei um eine Zeitlich begrenzte Arbeit handelt und dem Handwerker eine zwei Stündige Ruhepause nicht zugemutet werden kann.

Gesetzliche Mittagsruhe

Entgegen der allgemeinen Meinung gibt es in Deutschland keine einheitlich, gesetzlich verankerte Mittagsruhe. Viel mehr werden die Regeln zur Mittagsruhe kommunal bzw. Zivilrechtlich in den jeweiligen Hausordnung und Mietverträgen geregelt.

Handwerker sind von diesen meist ausgenommen.

Ausnahmen beim Bohren am Sonntag

Ausnahmen sind zum Beispiel dringend notwendige Arbeiten um Schaden an der Bausubstanz zu verhindern. Außerdem lässt sich je nach Vorhaben auch ein Antrag bei der Kommune stellen, die das Arbeiten am Sonntag erlaubt. Voraussetzung für die Genehmigung ist jedoch ein guter Grund, warum das Arbeiten am Sonntag notwendig ist.

Reden Sie mit den Nachbarn!

Immer häufiger lässt sich feststellen, dass die suche nach einem klärenden Gespräch in der heutigen Zeit unterlassen wird. Stattdessen wird unmittelbar die Polizei hinzugezogen.

Daher unser Rat:

Sprechen Sie mit ihren Nachbarn! Erklären Sie ihnen, warum gerade an einem Sonntag gebohrt werden muss und fragen Sie nach deren Einverständnis. Teilen Sie ihnen mit, wie lange die Arbeiten in etwa dauern werden und halten Sie sich auch an die abgemachte Zeit.

Stellen Sie fest, dass ihr Nachbar an einem Sonntag bohrt, ohne ihnen Bescheid gegen zu haben und sie fühlen sich gestört. Dann suchen Sie mit ihm das Gespräch und fragen, ob dieser die Arbeit nicht auf einen anderen Tag zu verschieben kann.

Vielleicht entwickelt sich hierdurch auch eine besseres nachbarschaftliches Verhältnis, von welchem beide Parteien profitieren.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.