Beton bohren – Schritt für Schritt Anleitung

Beton bohren kann auch einfach sein

Beton bohren ist eine der größten Herausforderungen für Heimwerker. Meist fangen die Probleme bereits bei der Auswahl des richtigen Werkzeuges an. Welche Bohrmaschine schafft das Bohren in Beton und welchen Bohrer sollte ich verwenden? Alles Fragen, welche im Vorfeld klären sollte.

Selbst der Profi bekommt kein Loch in Beton, wenn das richtige Werkzeug fehlt! Neben einer passenden Bohrmaschine und dem richtigen Bohrer, gibt es noch weitere Dinge, die Sie beim bohren in Beton wissen müssen.

Schritt 1: Der Bohrstaub

Der Bohrstaub ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Je nach Material ist der austretende Staub unterschiedlich in Konsistenz und Farbe.

Der Vorteil: Wer weiß, mit welchem Material er es zu tun hat, der kann seine Werkzeuge perfekt darauf abstimmen.

Eine ausführliche Erklärung unterschiedlicher Materialien und deren Bohrstaub finden Sie hier.

In Kürze sei jedoch so viel gesagt:

  • Roter Bohrstaub = Ziegel
  • Gräulicher Bohrstaub = Beton
  • Weißer Bohrstaub = Porenbeton

Schritt 2: Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer zum Bohren in Beton?

Schlagbohrmaschinen sind ein sehr beliebtes Werkzeug unter Heimwerkern, finden jedoch unter Profis nur selten Verwendung.

Der große Vorteil dieser Geräte ist zeitgleich auch der große Nachteil. Aufgrund des großen Spektrums an unterschiedlichen Arbeiten, die eine Schlagbohrmaschine abdeckt, müssen diese aber auch Einbußen in einzelnen Bereichen hinnehmen. Das Bohren in Beton ist einer dieser Nachteile.

Eine Schlagbohrmaschine arbeitet mittels eingebauter geriffelter Scheiben. Produziert daher einen schnell getakteten leichten Schlag auf das zu bohrende Material. Aufgrund dieser Technik muss beim Bohren mit einer Schlagbohrmaschine ein hoher Druck ausgeübt werden, um die Schlagenergie des Geräts auf das Material zu übertragen.

Ein Bohrhammer ist meist nur unwesentlich teurer, bietet aber im Bereich Beton, Stahlbeton, Ziegel, Kalksandstein und anderen eher harten Materialien zahlreiche Vorteile.

Ein separat eingebautes Schlagwerk sorgt für einen starken Schlag ohne großen Kraftaufwand. Der Bohrer, welcher bei einem Bohrhammer meist mit einem SDS Plus Schaft ausgestattet ist, sorgt für eine optimale Kraftübertragung und lässt sich innerhalb von Sekunden mühelos tauschen.

Zwar ist der Bohrhammer etwas schwerer als eine Schlagbohrmaschine, jedoch sparen Sie sich die Kraft, mit der Sie den Schlagbohrer gegen die Wand drücken müssen, um die gewünschte Schlagwirkung zu erzielen. Beim bohren mit dem Bohrhammer sollten Sie darauf achten, keinen zu großen Druck auf den Werkstoff auszuüben, ein zu starker Druck verhindert unter Umständen den schnellen Bohrfortschritt.

Zwischenfazit:

Eine Schlagbohrmaschine ist konstruktionsbedingt nicht zum Bohren in sehr harte Materialien wie etwa Beton gemacht. Außerdem ist ein hoher Kraftaufwand von Nöten.

Ein Bohrhammer eignet sich dagegen hervorragend zum Bohren in Beton. Geringer Kraftaufwand schneller Bohrfortschritt und bequemer Werkzeugwechsel sprechen eine klare Sprache.

Schritt 3: Welcher Bohrer zum Beton Bohren

Bohrer mit Kreuzschneide sind robuster
Hartmetallbohrer sind universell einsetzbar und robust. © Sergey Eshmetov – stock.adobe.com

Als Bohrer eignet sich aus eigener Erfahrung heraus am besten ein mit einer Kreuzschneide ausgestatteter gehärteter Spiralbohrer (Steinbohrer). Diese, bei einem Bohrhammer, mit dem SDS Plus Schaft ausgestatteten Bohrer ist robust genug, um eine Vielzahl an Löcher problemlos zu überstehen.

Außerdem lassen sich auch etliche andere Materialien wie etwa: Ziegel, Kalksandstein, Ytong oder aber Fliesen mit diesem Bohrer bohren.

Wer Stahlbeton bohren möchte, kann ebenfalls auf den Hartmetallbohrer mit Kreuzschneide setzen. Der Verschleiß nimmt hierbei jedoch stark zu. Während des Bohrvorgangs den Bohrhammer gerade so stark gegen den Werkstoff drücken, damit die Schlagwirkung einsetzt und auf das Material übertragen wird. Ein zu starkes Drücken verhindert einen schnellen Bohrfortschritt.

Außerdem sollten Sie beim Bohren in Fliesen oder Stahlbeton für eine Kühlung des Bohrers sorgen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, den Bohrer zu verglühen.

Die Länge ist entscheidend

Für normale Dübellöcher benötigen Sie keinen extra langen Bohrer! Eine Länge von etwa 10 cm reicht im Normalfall aus und hat den Vorteil, dass der Bohrer auf dem glatten Untergrund nicht so schnell verrutscht.

Gerade bei ungeübten Heimwerkern kann der Bohrer schon einmal verrutschen. Das Ergebnis ist besonders dann ärgerlich, wenn das zu befestigende Utensil nicht mehr gerade hängt.

Aus diesem Grund empfehlen wir einen kurzen Bohrer und im Zweifel einen Körner, mit welchem Sie das zu bohrende Loch exakt Anzeichen können und ein Verlaufen des Bohrers verhindert wird.

Schritt 4: Vor dem Bohren in Beton…

…sollten sie unbedingt die Wand auf Leitungen überprüfen!

Stromleitungen werden heutzutage immer senkrecht oder waagerecht verlegt. Prüfen Sie daher zum Beispiel mit einem Leitungssuchgerät, ob an ihrer Bohrstelle eventuell Strom oder Wasserleitungen im Weg sind.

Schritt 5: Währen des Bohrens

Viele Heimwerker aber auch Profis begehen beim Bohren mit einem Bohrhammer einen entscheidenden Fehler!

Sie Drücken mit sehr viel Kraft den Bohrhammer gegen das zu bohrende Material. Diese Vorgehensweise bringt genau zwei große Nachteile mit sich.

  1. Der Bohrer steckt fest: Durch zu starkes drücken, verringert sich die Schlagwirkung und der Bohrer wird mehr oder weniger in das Material hineingepresst. Je nach Beschaffenheit der Wand/ Decke kann der Bohrer so leichter steckten bleiben, was im schlimmsten falle zu einem Verlust des Bohrers führt.
  2. Der Bohrfortschritt wird verlangsamt: Wird der Bohrer mit großen Druck gegen das Material gepresst, so kann sich die Kraft des Schlagwerks nicht optimal entfalten und verlängert somit den Bohrvorgang.

Ist das Loch tief genug, ziehen Sie den Bohrer immer unter laufendem Motor heraus um ein Verklemmen oder Ausbrechen des Lochs zu vermeiden. Außerdem wird auf diese weisen der Bohrstaub gänzlich aus dem Loch transportiert.

Schritt 6: Der richtige Dübel für Beton

Wie bei allen Werkstoffen, kommt es auch bei Beton auf den richtigen Dübel an. Der Vorteil, bei Beton reicht meist ein handelsüblicher Multifunktionsdübel aus.

Hierbei gilt es lediglich auf den richtigen Durchmesser sowie die richtige Tiefe zu achten. In folgendem Artikel gehen wir etwas genauer auf das Thema Dübel ein.

Fragen und Antworten:

Beim Bohren in Beton bricht dieser rund um das Bohrloch großflächig weg.

Dieses Problem deutet auf einen verbogenen Bohrer hin. Prüfen Sie den Bohrer und tauschen Sie diesen im Zweifel aus.

Ist der Bohrer gerade, überprüfen Sie das Bohrfutter der Bohrmaschine.

Nach wenigen Zentimetern geht es nicht weiter.

Höchst wahrscheinlich sind sie auf ein Armierungseisen gestoßen. Diese Eisenstäbe werden für die Stabilität der Betonkonstruktion eingesetzt. Falls möglich bohren Sie einen Zentimeter daneben ein neues Loch. Falls dies nicht möglich ist, bohren sie etwas schräg, um am Eisen vorbei zu bohren. Sollte auch dies nicht möglich sein, durchbohren Sie das Eisen. Prüfen Sie jedoch zuvor, ob es sich bei dem entdeckten Eisen nicht um eine Wasserleitung handelt.

Zusammenfassung

Wer in Beton bohren möchte, sollte sich einen Bohrhammer zulegen. Diese Geräte besitzen genügend Schlagenergie und sind robust genug, um mühelos mehrere Löcher hintereinander in das harte Material bohren zu können.

Als Bohrer reicht ein Hartmetallbohrer, vorzugsweise mit Kreuzschneide. Wählen Sie, sofern es ihr vorhaben zulässt, einen möglichst kurzen Bohrer. Dieser lässt sich leichter kontrollieren und einem verrutschen am Anfang wird vorgebeugt.

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